"Wir töten den Boten"
"Über den Irrtum, jede menschliche Regung zu pathologisieren."
Die Pathologisierung des Menschlichen
Es läuft meist nach demselben sterilen Muster ab. Beige Wände, gut gemeinte Kunstpflanzen, ein verständnisvolles Nicken auf der anderen Seite des Schreibtischs.
Die Diagnose wird fast beiläufig serviert. Du fühlst dich leer? Antriebslos? Oder zerfressen von einer Wut, die nicht in den geregelten Alltag passt?
„Das ist ein chemisches Ungleichgewicht“, heißt es dann.
„Wir haben da etwas, das die Spitzen glättet.“
In diesem Moment geschieht eine fundamentale Entmündigung. Deine Wut, deine Trauer, deine Angst – all das wird dir weggenommen. Es ist plötzlich nicht mehr die adäquate Reaktion auf eine Welt, die aus den Fugen geraten ist.
Es wird
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